Der Abschluss des Tages war die Wüste. Bevor die Kamele bzw. Kutschen bestiegen wurden, gab es für alle ein Gewand plus Turban. Was wir in den ca. eineinhalb Stunden alle vermissten, war die vorhergesagte „Wärme“. Es pfiff ein mächtig frischer Wind über die unendliche Wüste. So gut es irgend ging, kuschelte ich mich in den völlig unbequemen Kutschensitz, den ich mit fünf weiteren Amerikanern teilte. Zum Entsetzen knatterten immer wieder Souvenirhändler vorbei und boten ihren Müll an. Selbst ein kleiner süßer Wüstenfuchs wurde versucht, unter die Leute zu bringen! Wie widerlich!
Bisher kannte ich nur Hotels, mit relativ kurzen Wegen. Das sollte sich an diesem Abend schlagartig ändern. Von der Rezeption bis zu unseren Zimmern fünf Minuten Hindernislauf. Gleiches nochmal, wenn es zum Essen ging.Der kommende Tag begann wiederum mit 5:00 Uhr aufstehen. Der Höhepunkt des Tage stand auf dem Programm. Der Sonnenaufgang am Salzsee ein unbeschreibliches Ereignis für alle Sinne bei Außentemperaturen von ca. drei Grad. Was sollte man zuerst machen, vor Kälte zittern, oder sich am Naturschauspiel ergötzen? In Anbetracht der Frische fuhren wir weiter und legten einen zweiten Boxenstopp ein zum Fotografieren.
Was würde ich machen, wenn ich könnte, wie ich denn wollte? In den Bergen herumkraxeln. Die Bergwelt übt auf mich magische Kräfte aus. Ich genoss in vollen Zügen unsere Jeeptour in die Bergwelt. Ziel war eigentlich ein Wasserfall, den ich aus Gründen der Entfernung und Unwegsamkeit des Geländes nicht zu sehen bekam. Ich schlenderte mit Evelyn und anderen Zurückgebliebenen zwischen den gigantischen Verkaufsständen hin und her. Wir übten uns in Feilschen und Handeln. Würde ich hier mein gesuchtes Duftöl finden? Leider nein. Dafür aber eine wunderschöne Holzmaske aus Olivenholz. Ein Erinnerungsstück für die Ewigkeit.
Weil unsere Vorortreiseleiterin nicht im Stande war, den für die Allgemeinheit vorgesehenen Tunesienabend zu organisieren, legte sich Jenny selbst ins Zeug und organisierte einen bezaubernden Abschlussabend mit kultureller Umrahmung durch eine einheimische Gruppe, die mit ihren atemberaubenden artistischen Darbietungen begeisterte.
Wer mich kennt, weiß, dass ich bekennender Nichtraucher bin. Doch das Erlebnis Wasserpfeife zu rauchen, konnte und wollte ich mir dann doch nicht entgehen lassen. Ich war gespannt auf die Nachwirkungen am nächsten und zugleich Abreisetag.
Einiges an dicken Überraschungen sollte dieser Tag noch bereithalten. Der Abreisetag war der wärmste Tag des Urlaubs und brachte so manchen ins Schwitzen. Schließlich flogen wir zurück ins noch immer winterliche Deutschland und waren teilweise schon dementsprechend gekleidet. Wieder fuhren wir die einzelnen Hotels an, um Heimreisende einzusammeln. An einem Hotel standen wir mehr als zwanzig Minuten, bevor der eigentliche Fehler bemerkt wurde. Ein Ehepaar hatte vergessen, sich an der Rezeption abzumelden. So galt das Reisegepäck, obwohl es schon im Bus war, als verschollen. Die Zeit wurde bereits knapp, bis zum pünktlichen Eintreffen auf dem Flughafen. Dort stand bereits ein ganzes Bataillon Gepäckträger bereit. Wir reihten uns ein in die bereits wartende Schlange, um Einchecken zu können. Was jetzt ablief, klingt unglaublich, ist aber war.
Es entbrannte eine lebhafte Diskussion über drei Rollstühle und den darin befindlichen Personen zwischen dem Flugkapitän der wohl hauptverantwortlichen Reiseleiterin von „Neckermann Reisen“ und Jenny. Zunächst wollte die Reiseleiterin wissen, wie wir überhaupt nach Tunesien gelangt seien. Denn behinderte Mitreisende stellen ein unbeschreibliches „Sicherheitsrisiko“ für alle Mitreisende dar. Sie forderte von Jenny die Vorlage einer Flugtauglichkeitsbescheinigung, die natürlich niemand von uns besaß. Sollte wirklich der Urlaub für uns in eine ungewollte Verlängerung gehen? In Windeseile wurde der Flughafenarzt geordert, der uns nur oberflächlich in Augenschein nahm.
Schon im Flugzeug angekommen, bemerkte Evelyn gerade noch rechtzeitig, dass ihr vollgepackter neuer Rucksack auf der Toilette sein Dasein fristete. Ein Anruf der Stewardess löste auch noch dieses Problem, bevor wir tunesischen Boden wieder verlassen duften und nach zweieinhalb Stunden den Leipziger Flughafen erreichten.
Für mich war es eine der schönsten Reisen, die ich mit unserem Landesverband erleben durfte.
Andreas Plischek
A
b
 
n
a
c
h
 
T
u
n
e
s
i
e
n
Meine Stadt Freiberg in Sachsen
HomeÜber michFreizeit25/kmh AutoÜber GottFerne LänderBehinderungMeine TherapienKontaktZum Gästebuch 
Meine Stadt Freiberg in Sachsen
HomeÜber michFreizeit25/kmh AutoÜber GottFerne LänderBehinderungMeine TherapienKontaktZum Gästebuch 
Letztes Update am
Aktuelles Datum